
Auf dem Segelschulschiff "GREIF".

Wir freuen uns über sangesfreudige Damen und Herren!
Bei Interesse melden Sie sich gern bei Helmut Boy,
Tel. 0177 7532533.
Unsere nächsten öffentlichen Termine:
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Auf dem Tegeler Hafenfest können Sie uns am 17.7.2026 hören (Achtung! Termin geändert! Uhrzeit folgt).
Im Ostseebad Rerik, am Salzhaff, treten wir am 19.7.2026 um 15 h beim Shanty-Chor-Treffen anlässlich der Haff-Festtage auf!
Im Biergarten des Dorfkrugs in Lübars singen wir am 30.8.2026 um 15 Uhr! (Alt-Lübars 8, 13469 Berlin)
Im September 2026 findet ein Weltrekord-Versuch im Chorsingen statt.
Wir sind dabei und werden am 23.9.2026 um 11:30 im Atze-Musiktheater auftreten (Luxemburger Str. 20, 13353 Berlin).
Unser traditionelles Herbstkonzert geben wir am Freitag, 2.10.2026 um 15 h im Ernst-Reuter-Saal
(neben dem Rathaus Reinickendorf).
Unser Gastchor wird dieses Jahr der Rostocker Shantychor Luv un Lee sein.
Kartenvorverkauf über
https://papagena-shop.comfortticket.de/
oder telefonisch über
papagena 030 / 47 99 74 74
Über weitere Auftritte werden wir Sie hier rechtzeitig informieren!


We want you!

Gesangsfreudige Männer, Frauen und Musiker jeden Alters mit Liebe zur Seefahrt und zu Shanties sind uns jederzeit herzlich willkommen! Unsere Chorproben finden jeden Donnerstag
im Märkischen Seniorentreff am Senftenberger Ring 34 A, 13435 Berlin, in der Zeit von 16:30 - 19:00 Uhr statt. (30.7., 6.8. fallen aus.)
Lust bekommen? Dann einfach bei uns melden!
- Wir würden uns sehr darüber freuen! -

Reisebericht einer
Kap Hoorn-Umsegelung mit der
russischen Viermastbark "SEDOV"
von Ushuaia nach Valparaiso
von Ralph Sander

Unser Chor ist Mitglied im Förderverein Rahsegler GREIF e.V.
Die Ziele des Fördervereines sind u. a. der Erhalt des Segelschulschiffes "Greif", die Unterstützung seines Betriebes sowie seines Einsatzes für die Jugend.

Der heute geläufige Name Shanty (englisch Sea Shanty) tauchte erstmals Mitte des 19. Jahrhunderts auf. Er wurde vermutlich vom englischen chant = ‚singen/Gesang‘ und dem französischen chanter = ‚singen‘ abgeleitet, bzw. von ‚chantez‘, wie es die französisch sprechenden schwarzen Schauerleute von New Orleans gebrauchten.
Erste Hinweise auf „Arbeitslieder der Matrosen“ finden sich im Werk des Dominikaners Felix Fabri aus Ulm, der 1493 auf einer Galeere nach Palästina segelte. Im Complayant of Scotland (1549) finden sich die frühesten bekannten Texte solcher Arbeitslieder. Shantys waren also dem Ursprung nach
Arbeitslieder zur Zeit der Großsegler. Man sang sie auf den Handels- und Fischfangschiffen, zur Unterstützung und Koordination körperlich anspruchsvoller Arbeiten, die nur in gemeinsamer Kraftanstrengung erledigt werden konnten, wie Anker hieven, Segel setzen, Segel und Netze einholen, Taue durchholen, Aufziehen der Rahen, die Arbeit an Winden und Pumpen, aber auch beim Be- und Entladen der Schiffe. Da Großbritannien zur Blütezeit der Shantys im 19. Jahrhundert die führende Seefahrtnation war, sind viele der uns heute überlieferten Shantys in englischer Sprache. Es war allerdings meist kein reines Englisch. Da die Schiffsbesatzungen oft aus unterschiedlichen Ländern stammten, war es eher ein Sprachgemisch, sogenanntes Pidgin-Englisch, unfein und melodisch unstimmig. Nicht das Singen stand im Vordergrund, sondern die Tätigkeit.
Mitte 16. Jahrhundert bis zu Beginn des 19. Jahrhunderts verschwanden viele Shantys wieder aus dem Bordleben. Grund dafür war wohl die Zwangsrekrutierung vieler britischer Seeleute in die Kriegsmarine. Shantys waren dort verboten, denn Kommandos auf den Kriegsschiffen wurden durch Pfeifen weitergegeben. Die neu angeheuerten Schiffsbesatzungen der britischen Handelsschiffe jedoch, sie stammten vorwiegend aus anderen Nationen, hatten zum traditionellen Shanty keinen Bezug mehr.
Zur Zeit der frachtfahrenden Großsegler klangen Shantys anders als heute. Auf die in Form eines Wechselgesangs laut gegen Wind und Wetter herausgebrüllten Befehle des Shantyman antworteten die Matrosen mit ihrem Gesang, der meist mit einem Haul (wie im Deutschen „Hau-ruck“) und dem Zug am Tau endete. So ist es auch nicht verwunderlich, dass erste Berichte über Shantys von „wilden Schreien“ auf Deck der Segelschiffe berichten. Und den heute üblichen Einsatz von Instrumenten gab es nicht. Allein die Stimmen von Shantyman und Mannschaft waren zu hören. Lediglich bei ruhigeren Arbeiten wie am Gangspill sowie in der abendlichen Freizeit kam es gelegentlich zum Einsatz von Mundharmonika, Fidel oder Banjo. Mit Beginn der Industriellen Revolution wurden schnellere Schiffe gebraucht. Die breitbauchigen Ostindienfahrer verschwanden und wurden durch Klipper und Fregatten ersetzt. Mit der Eröffnung des Suez-Kanals verdrängten die aufkommenden Dampfschiffe viele Frachtsegler auf den Routen nach Ostasien und Australien. Dies führte letztlich dazu, dass die Shantys ihren praktischen Nutzen für die Seefahrt nach und nach verloren und nur noch in der Freizeit und zur Unterhaltung gesungen wurden.
Viele Shantys entstanden auch durch Übernahme von (Volks-)Liedern der afro-amerikanischen und karibischen Hafenarbeiter, die beim Beladen der Schiffe in den Südstaaten der USA eingesetzt waren. Aber auch die schottischen und nordeuropäischen Walfänger- und Fischfangflotten nahmen großen Einfluss auf die Entwicklung der Shantys, genauso wie die Besatzungen der Handelsschiffe (Kauffahrer) auf den Fernrouten nach Übersee. Aber auch die Lieder aus den jeweils besuchten Ländern bzw. Herkunftsländern der Matrosen spielten eine Rolle, denn man kannte keine Scheu bei der Übernahme fremder Melodien. Gesungen wurde, was gefiel, und die Texte wurden einfach verändert oder angepasst. Selbst Kinderlieder wurden adaptiert (etwa Down by the sea, where the watermellows grow).
Zweck der Shanties
Der ursprüngliche praktische Zweck des Shanty als Arbeitslied stand bei den Seeleuten immer an erster Stelle. Sprachliche und musikalische Aspekte spielten dagegen kaum eine Rolle. Es war allein wichtig, dass der Shanty die Arbeit unterstützte. Der Shantyman konzentrierte sich darauf, den Arbeitstakt zu bestimmen und die Matrosen mit seinen improvisierten Texten anzuspornen und zu unterhalten.
Typen
Die Einteilung der verschiedenen Arten des Shanty wird, je nach Sichtweise und Erfahrung, unterschiedlich interpretiert. Recht hilfreich ist es, grundsätzlich in drei Hauptgruppen einzuteilen, wobei in den nachfolgenden Auflistungen über den jeweiligen Zweck der Shantys jedoch nur die bekanntesten Shantyarten erfasst sind.
• Shantys, die beim Ziehen eingesetzt wurden (hauling actions, pulling actions)
• Shantys, die beim Drücken eingesetzt wurden (heaving actions, pushing actions).
• Shantys, die zur Unterhaltung / in der Freizeit gesungen wurden.
Shantys mit Arbeitszweck Ziehen
• Der Halyard-Shanty (Long-drag-shanty) wurde bei Aktionen mit längerer Dauer eingesetzt (z. B. große Segel setzen),
• der Short-drag-shanty war für Aktionen mit kurzer Dauer, aber großem Kraftaufwand bestimmt (z. B. dem Wechsel der Segelrichtung),
• der Hand-over-hand-shanty bei Arbeiten, die im Wechsel mit linker und rechter Hand erledigt wurden (z. B. beim Durchholen von Tauen).
• Beim Stamp-and-go-shanty (Walk-away-shanty) wurde meist die komplette Decksmannschaft zum Ziehen eingesetzt.
Shantys mit Arbeitszweck Drücken
• Capstan-Shantys wurden beim Anker lichten an der Ankerwinde (Spill/Capstan) gesungen.
• Windlass-Shantys wurden bei der Bedienung des pumpenähnlichen Windlass gesungen.
• Pump-Shantys wurden bei Pumparbeiten gesungen (z. B. Abpumpen des Leckagewassers).
Shantys zur Unterhaltung/Freizeit
Hierzu zählen die Pollerlieder oder Forebitter (‚Fore-bitts‘ = ‚Poller‘, die pilzförmigen Eisenköpfe zum Festmachen der Taue). Pollerlieder beschreiben meist romantisierend das harte und entbehrungsreiche Leben auf See. Man sang sie gerne abends in der Freizeit auf den Pollern sitzend, aber auch bei bestimmten Anlässen und Ritualen, wie etwa dem Überqueren des Äquators oder des Polarkreises.
• Auch die Homeward-bound-Shantys mit ihren erzählenden Texten von Erlebnissen und Sehnsüchten wurden meist in der Freizeit gesungen.